Pflastersteine & Platten

Gebundene Ausführung

Bild zum Thema Gebundene Ausführung Die gebundene Pflasterbauweise besteht grundsätzlich aus gebundener Tragschicht, gebundener Bettung und gebundener Fugenfüllung. »Gebunden« bedeutet unter den Einsatz von Bindemitteln. Diese Bauweise wird als »Sonderbauweise« bezeichnet.

Beim Einbau von gebundenen Tragschichten wie

  • Drainbeton oder
  • Drainasphalt

müssen Fachkunde und Erfahrung bei Baufirma und Planungsbüro vorhanden sein.

Drainbetontragschicht

Beim Einsatz von Drainbetontragschichten ist das »Merkblatt für wasserdurchlässige Befestigungen von Verkehrsflächen« zu beachten.

Für die Mischungszusammensetzung gelten folgende Regeln. Eine Eignungsprüfung ist erforderlich.

Anforderungen in Abhängigkeit der Belastung
Haufwerkporigkeit min. 15 Vol.-%  
Kf-Wert 0,001 m/s  
Betongüte C 16/20 C20/25
Kunststoffmodifizierung optional ja
Biegezug > 4 MPa  

Die Unterlage soll tragfähig, frostsicher, wasserdurchlässig, profilgerecht und eben sein. In der Praxis kann auf das Kerben der Tragschicht unter einem Pflasterbelag verzichtet werden, da der flexible Charakter des Pflasters auftretende Risse überbrücken kann.

Beim Einbau ist darauf zu achten, dass das Material vor Austrocknung und Wasseraufnahme geschützt wird. Die Temperatur muss mindestens + 5°C und darf nicht mehr als 25 °C betragen. Beim maschinellen Einbau findet eine Vorverdichtung durch die Bohle des Fertigers statt. Das Abwalzen erfolgt durch eine Glattmantelwalze ohne Vibration. Die aufzubringende Verdichtungsenergie ist auf die Schichtdecke, das Korngemisch sowie auf die Konsistenz abzustimmen. 

Asphalttragschicht

Wasserdurchlässige Asphalttragschichten können nach dem »Merkblatt für versickerungsfähige Verkehrsflächen« konzipiert werden. Sie sind in der RStO 12 klassifiziert.

Von der Verwendung herkömmlicher Asphalttragschichten nach ZTV raten wir ab, da eine flächenhafte Entwässerung nur bei ungebundenen oder offenporig gebundenen Tragschichtvarianten auftritt. Überlegenswert ist der Einsatz von polymermodifizierten Bitumensorten, da diese über eine höhere Haftwirkung an Gesteinen verfügen als normales Destillationsbitumen.

Mineralstoffe nach DIN 4226 oder TL Gestein-Stb
Größtkorn22 mm
Hohlraumgehalt min. 16 Vol.-%
Kf-Wert 0,000054 m/s
Bitumen 70/100, 50/70, 25 / 55 – 55 A

Der Einbau darf nur bei Temperaturen über 10°C und nicht bei Regen erfolgen. Das Baustoffgemisch selbst muss eine Temperatur zwischen 140 °C und 160 °C haben. Die Zeitspanne zwischen Herstellung und Transport darf nicht mehr als 45 min betragen. Beim Einbau findet eine Vorverdichtung durch die Bohle des Fertigers statt, das Abwalzen erfolgt mit einer schweren Glattmantelwalze ohne Vibration (hohe Walzenanzahl wegen niedriger Mischguttemperaturen).

Zur Gewährleistung der Filterstabilität zwischen Bettungsmaterial und offenporig gebundener Tragschicht sollten Geotextilien verwendet werden. Gerade die hohlraumreiche Auslegung gebundener Tragschichtvarianten kann ein Eindringen von Bettungsmaterial ermöglichen, was zu Setzungen der Belagsoberfläche führen kann. Geeignete Filtervliese sollten nach dem »Merkblatt für die Anwendung von Geotextilien und Geogittern im Erdbau des Straßenbaus« bestimmt werden.