Mauerscheiben

Bild zum Thema Bodenkennwerte
Großer innerer Reibungswinkel

Bild zum Thema Bodenkennwerte

Folgende Bodenkennwerte liegen den prüffähigen Statiken für die Lastfälle zugrunde und sind bei Bezugnahme einzuhalten. 

  • Bodenwichte des Hinterfüllmaterials:
    γ = 19 kN/m3

z. B. Kies, Sand-Kies-Gemisch oder Schotter. Die Wichte eines Stoffs entspricht seiner Dichte multipliziert mit der Erdbeschleunigung. Die Dichte eines Stoffs errechnet sich aus dem Verhältnis seiner Masse zum Volumen.

  • Innerer Reibungswinkel des Hinterfüllmaterials:
    φ = 35°

Im Boden wirken Reibungskräfte, Kohäsionskräfte oder eine Kombination aus beiden. Ihre Höhe ist abhängig von der Bodenart. Kohäsion tritt nur bei bindigen Böden auf. Entlastende Kohäsionskräfte werden in der Statik nicht berücksichtigt. Bei nicht bindigen Böden entsteht Erddruck nur aus der Eigenlast des Bodens.

Zur Hinterfüllung von Mauerscheiben ist nur nicht bindiges Material, wie z. B. Kiessand, zu verwenden. Die bei diesem Material auftretenden Reibungskräfte bewirken, dass Böschungen standfest sind.

Bild zum Thema Bodenkennwerte
Kleiner innerer Reibungswinkel
  • Wandreibungswinkel:
    δ = 2⁄3 φ

Der Wandreibungswinkel ist von der Beschaffenheit der Mauerscheibenrückseite abhängig. Er beeinflusst die Größe des Erddrucks auf die Mauerscheibe. Die prüffähige Statik sieht eine raue Mauerscheibenrückseite vor. Bei entsprechender Verminderung des Wandreibungswinkels sind die Berechnungen auch für Mauerscheiben mit schalungsglatter Rückseite gültig. 

Eine vollflächige Abdichtung der Mauerscheiben-Rückseite mit glatter Folie ist zu vermeiden. Hierdurch würde der Wandreibungswinkel verringert und der Erddruck vergrößert.

Der Böschungswinkel ß darf gemäß DIN 4085 maximal 0,9 x φ = 0,9 x 35 = 31,5° betragen.

  • Zulässige Sohlpressung:
    ≥ 200 kN/m²

Infolge des Mauerscheibengewichts, des Eigenwichts des Bodens und eventueller Verkehrsbelastungen entstehen Durckkräfte unter dem Mauerscheibenfuß. Um diese sicher aufzunehmen, sind die Fundamente ausreichend zu dimensionieren.

Die Stützwände sind auf tragfähigem Baugrund mit einer Sohlspannung von mindestens 200 kN/m² zu gründen. Unterhalb der Fertigteile ist ein frostsicheres Gründungspolster einer Stärke von mindestens 45 cm mit einer Verdichtung 100% Proctordichte und darüber ein Ortbetonfundament C12/15 einzubauen.

Tatsächliche Bodenkennwerte sind ggf. vor Ort durch Bodengutachten zu bestimmen und auf Übereinstimmung mit den Bodenkennwerten der prüffähigen Statik zu prüfen.